Dienstag, 27. Juli 2010

Verkehrsservice

Am 18. Juli 2010 (einem Sonntag) ging es nach dem Frühstück mit der Bahn in richtung B1. Thomas war über's Wochenende da und so suchten wir uns zu dritt einen Zugang zur schon stark bevölkerten B1. Erst waren wir auf der falschen Seite (der Fahrrad-Spur), aber man kennt sich ja aus, also haben wir schnell den richtigen Zugang gefunden. Kaum hatten wir die B1 betreten schrie hinter uns ein junger Mann seine Freunde an, die noch in der Auffahrt standen: „Looooos beeilt euch! Die Machen hier wieder zu!! Jetzt kommt mal!!! DIE MACHEN DAS HIER DICHT!!!!“ ...man sah zwar Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks, aber von denen schien keine „Gefahr“ aus zu gehen, weshalb der junge Mann von allen drum herum recht komisch angeguckt wurde. Aber warum nicht einfach zwischendurch mal n Bißchen in Panik verfallen?! Der Satz „Die machen das hier dicht!“ wurde an dem Tag dann jedenfalls von uns zu jeder Kleinigkeit verwendet. :-)

Jetzt standen wir also auf der B1 und hatten uns nach einigen Überlegungen dazu entschieden als erstes zur Brücke bei der Westfalenhalle zu gehen und uns das ganze mal von oben an zu gucken. Das gestaltete sich in etwa so, als würde man am letzten Samstag vor Weihnachten noch mal eben in die Stadt gehen, weil man ein Geschenk vergessen hat. Man kam vorwärts, aber sehr langsam. Zum Glück war das Stück nicht lang, also hatten wir die Brücke relativ schnell erreicht. Auch auf dem kurzen Weg gab es aber schon den ersten auffälligen Tisch: Die Horde Hippies.


Um das ganze von oben zu sehen, musste man auf der Brücke sein und um auf der Brücke zu sein, musste man erstmal auf die Brücke kommen. Diese war allerdings noch voller, als die B1 und so dauerte es auch wieder ein Weilchen, bis wir oben waren. Dann konnte man allerdings sehr gut, das ganze Ausmaß sehen. :-) Über der Fahrrad-Spur wurde der Ausblick dann zum Einblick, denn bei dem warmen Wetter hatten die Fahrerinnen natürlich nicht viel an, so dass man von der Brücke super in die Ausschnitte fotografieren konnte. Wir hatten Spaß! :D


Wieder heil von der Brücke gekommen, machten wir uns auf den Weg in richtung A40. Um nicht wieder durchs Gedränge zu müssen, liefen wir innen auf dem Rasenstreifen. Dank freier „fahrt“ kamen wir so recht schnell vorwärts. Nur am Schild nach Hombruch machten wir kurz Pause...ist ja schließlich unser Stadtteil. :-)


Wieder auf dem Asphalt (der Rasenstreifen endet kurz vor der Brücke, die grade Baustelle ist) gab es mal eine nicht so stille Version des stillen Örtchens. Heute hätte man endlich mal auf die Autobahn machen dürfen...aber bei der Hitze und dem Geruch überlegt man sich das dann lieber doch zwei Mal. :-)


Es ging also weiter Richtung Duisburg. Zwischendurch gab es an mehreren EDEKA-Ständen Getränke, Obst und Butterkekse zu kaufen. Bei der Hitze war das auch nötig und vor allem war es nicht mal teuer. Eine 0,5l Flasche Wasser kostete grade mal 0,50€. Da hätte man bei so einem Event eigentlich was höheres erwartet. Zum Glück hatte ich einen Hut auf, denn die ganze Zeit in der prallen Sonne hätte das bestimmt einen Sonnebrand gegeben. Erwähnte ich schon, dass es echt heiß war? :-)


Auf unserem Weg mussten dann noch ein Paar Schilder dran glauben und sich für fotos mit uns zur Verfügung stellen. ...schade, dass da kein „Unbegrenzt“ ist. ^^



Außerdem habe ich Lindi und Urs mich und ihn noch kurz auf der A40 verewigt. Das steht jetzt da für immer, naja, ok, bis zum Regen. :-)

In Dorstfeld ging es dann wieder runter von der Bahn und da waren wir dann auch etwas kaputt. Man denkt echt nicht, wie lang so ein Stück zwischen zwei Ausfahrten ist. ...mit den Auto geht das immer so schnell. :-)

Der Rückweg gestaltete sich dann noch etwas schwierig, weil am Technologiezentrum, wo wir von der Autobahn kamen Sonntags keine Busse fahren. Aber die H-Bahn und der 440er haben uns dann doch noch sicher nach hause gebracht.

Insgesamt kann man sagen: Stau und zähfließender Verkehr in beide Richtungen. :-) Einerseits lebt so ein Ereignis natürlich von der Menge an Menschen, andrerseits gibt es da echt Leute zwischen, wo man sich nur an den Kopf fasst. Eine Fünfergruppe z.B. hatte sich zum Pause machen genau den Engpass zwischen den Tischen und einem EDEKA-Stand ausgesucht und stand mitten im Weg, so dass keiner mehr vorbei kam. Gemerkt hat das aber keiner von denen... Von solchen Leuten gab es leider mehrere, aber ansonsten war es grundsätzlich sehr warm und ganz nett. :-) ...aber jetzt weiß ich ja, wie's ist, also brauch ich's so schnell nicht nochmal. :D

Alle Bilder und sogar noch mehr sind auch in der Galerie.

ICH MACH DAS JETZT HIER DICHT! :D

Sonntag, 13. Juni 2010

Die ersten Tage in Deutschland

Nach der Ankunft an der Harkortstraße am Sonntagabend, haben wir das Auto ausgeladen, welches danach zum Abgeben zu Schwiegermama Lea gefahren wurde.
Erschöpft von der Reise haben wir es uns, als wir zurück waren, in unserer Wohnung gemütlich gemacht. Was wir von jetzt an jeden Tag machen können.

Am Montag ging es in die Stadt und da zu meinem zweiten Besuch beim Ausländeramt. Diesmal war allerdings keine 30-Minuten Schlange vor dem Schalter und ich hatte bereits einen Termin.
Dort habe ich mit einer Mitarbeiterin ein paar kurze Worte gewechselt, ein Formular ausgefüllt und meinen rot-weissen Reisepass vorgeführt und schon hatte ich eine Aufenthaltsbewilligung für fünf Jahre in den Händen.
Zwar ist es als Schweizer natürlich nicht so einfach, wie als Bürger eines EU-Landes, aber dank den billateralen Verträgen usw. scheinen solche Angelegenheiten doch relativ einfach über die Bühne zu gehen.
Die Anmeldung in Dortmund war danach nur noch "Formsache". Also bin ich seit dem 31.05. hochoffiziell Dortmunder :-)
Nachdem Anna und ich auf diesen einfach zu erringenden Erfolg im Starbucks nebenan "angestossen" haben, gings auch schon wieder nachhause.
Schliesslich gibt es da noch eine Wohnung fertig einzurichten und eine Hochzeit zu planen. :-)

Der darauffolgende Tag war mein erster Arbeitsag bei meinem neuen Arbeitgeber ISD im dortmunder Westen.
Den Arbeitsweg hatte ich bereits am Montagabend mit dem Fahrrad angeschaut. Damit ich am Dienstag auch rechtzeitig ankomme.
Die jahrelange Kurzstrecken-Fahrrad-Erfahrung aus Steffisburg und Thun hat mir im Dortmunder Verkehr herzlich wenig genützt.
Auf einmal sind da überall Ampeln, stets befahrene Strassen und bei einem Grossteil des Weges ist die "Fahrradspur" auf dem Gehweg.
Bisher verlief aber alles unfallfrei und ich habe mich an die neuen Gegebenheiten ganz gut angepasst.
Für den Weg der, für Schweizer vielleicht erstaunlich, nicht nur flach sondern tatsächlich auch hoch und runter geht, brauche ich insgesamt eine gute Viertestunde. Um am Morgen etwas wacher anzufangen und abends vor dem Feierabend etwas abzuschalten also genau richtig :)

Das eigentliche Arbeiten hat so angefangen, dass ein Abteilungsleiter (mein eigentlicher Vorgesetzter war am ersten Tag nicht da) mir meinen Arbeitsplatz und die verschiedenen Büros drumrum gezeigt hat.
Vom Grossraumbüro in Steffisburg habe ich nun in eine "Bürozelle" (wie einer der neuen Arbeitskollegen die Räume nannte) mit einem einzigen "Zellengenossen" gewechselt. :-)
Das ist zwar erst mal eine Umstellung, aber mein gegenüber (Andreas) ist auf jeden Fall nett und die verschiedenen "Zellen" sind ja nicht weit auseinander. :-)
Die ersten beiden Wochen waren Arbeitsmässig mit Schulungen und "Selbststudium" der Software gefüllt. ALso viel, viel neues lernen. :-)
Das hat mir aber sehr viel Spaß gemacht und die Fortschritte waren schnell da, da doch relativ viele Bereiche ähnlich aufgebaut waren wie bei der bisher bekannten Software.
Ab nächste Woche werden dann wohl auch die ersten "richtigen Aufgaben auf mich zukommen und ich werde relativ schnell auch im Support eingesetzt um da beim beantworten von E-Mail Anfragen erste praktische Erfahrungen zu sammeln.


An den Alltag neben der Arbeit habe ich mich sehr schnell gewöhnt, da ich ja eigentlich schon vor dem definitiven einreisen ein halber Dortmunder war.
Das einzige was mir von Zeit zu Zeit noch aufgefallen ist, ist, dass man auf der Straße oder auf der Arbeit bei Leuten die in der Nähe miteinander sprechen erstmal damit rechnet, dass die Berndeutsch reden.
Nach ein paar Sekunden des gedanklichen Suchens nach berndeutschen Wörtern realisiert man dann, dass ja logischerweise deutsch gesprochen wird. :-)


Heimweh oder Ähnliches ist bisher, wie erwartet, noch überhaupt nicht aufgekommen. Was einerseits daran liegt, dass ich immer noch glücklich und zufrieden bin mit der neuen Heimat und gerade sonst so viel Neues um mich rum hab, dass ich gar keien Zeit habe mir über so etwas Gedanken zu machen.

Sonntag, 6. Juni 2010

Die letzten Tage in der Schweiz

Das letzte Wochenende über Pfingsten, vor der definitiven Abreise, habe ich (wie viele der letzten Wochenenden und Ferientage) bereits im neuen zuhause verbracht. Am Montag sind Anna und ich dann gemeinsam in die „letzte Woche Schweiz“ gefahren. So konnte Anna auch bei der Abschiedsfeier dabei sein…außerdem waren wir zwei unzertrennlichen dann nicht noch länger getrennt. :)
Nachdem wir am Dienstag bereits etwas eingekauft und vorbereitet und uns am Mittwoch mit einem Freund getroffen haben stand dann am Donnerstagnachmittag bereits die Abschiedsfeier in der Firma an. In dieser habe ich mich in den letzten Tagen noch hauptsächlich darum gekümmert, alle angefangenen Arbeiten abzuschließen oder abzugeben. An besagtem Donnerstag erwartete mich morgens ein ungewohntes Bild: mein ganzer Schreibtisch war voller rot-weißer Schweiz-Souvenirs. Die schöne und etwas verrückte Art meiner geschätzten Arbeitskollegen, Lebewohl zu sagen und mir mit dem einen oder anderen Geschenk später Mal das Heimweh zu vertreiben und meine Wurzeln nicht aus den Augen zu verlieren. Mit dem einen oder anderen Augenzwinkern versteht sich ;)
Am Nachmittag hatten ich und die ganzen Arbeitskollegen, mit welchen ich in den letzten Jahren gearbeitet habe dann die Gelegenheit einander Tschüss zu sagen und alles Gute zu wünschen.

Das nächste Highlight war dann die Abschiedsfeier zuhause. Am Samstag ab 14:00 Uhr waren alle wichtigen Familienmitglieder, Freunde und Arbeitskollegen eingeladen, sich bei mir zu verabschieden. Relativ schnell waren das Wohnzimmer und der Balkon in der Wohnung meiner Eltern prall gefüllt mit all meinen Lieben Leuten. Während der Festivitäten hatte ich nicht wirklich die Gelegenheit mich um jeden der Gäste zu kümmern. Aber da Anna von jedem der Gäste mit mir ein Abschiedsfoto gemacht hat, war es spätestens da möglich, den Leuten in aller Ruhe Goodbye zu sagen und ein paar Worte zu wechseln.
Der Großteil der Leute kam und ging ungefähr zur selben Zeit. Als dann abends nur noch die „engste“ Familie am immer noch gut gedeckten Wohnzimmertisch saß und ich gerade neue Aufbacksachen in den Backofen getan hatte kamen unerwartet noch die alten Schulkollegen Andy und Manuel aus der Nachbarschaft vorbei. Also haben wir noch mit den beiden gespeist und gequatscht bis der ganze Tisch müde und satt war.

Am frühen Sonntagnachmittag war dann der „importierte“ Schwiegermama-Toyota gepackt mit allen Kisten, Kleidern und sonstigen Sachen, welche ich für die „Übergangszeit“ in der Schweiz noch da hatte. Die Eltern, Schwester und Großeltern in den Arm genommen und das letzte aber eigentlich wichtigste Mal in der Woche Lebewohl gesagt ging es dann (wiedermal) Richtung A5 los.
Und diesmal, endlich, endlich, nach Wochen mit viel zu viel hin- und her und viel zu wenig Anna und Urs ging es definitiv, physisch und psychisch komplett in unser neues zuhause in Dortmund.







Dienstag, 1. Juni 2010

Glühwürmchen

Zuerst einmal die Spielregeln für einen guten Umzug in den zweiten Stock:
- Wer vollgepackt hoch läuft hat Vorfahrt.
- Dementsprechend muss derjenige warten, der nach unten läuft.
- Daraus resultierend sind viele Pausen auf den Wegen nach unten.
- Wer es trotzdem schafft von oben bis unten in einem durch zu laufen, bekommt Extrapunkte!
...somit ist der Gewinner wohl Linda! Herlichen Glückwunsch!! :D

Noch eine wichtige Regel, wenn man mitten in der Nacht umzieht ist:
- Keine schlafenden Hunde (vom Nachbarn) wecken.
Denn dieser würde den Rest des Hauses wecken...und wer will das schon? Also: leise sein im Hausflur. ...und das ist mit acht Leuten gar nicht mal so einfach, also grenzt es eigentlich schon an ein Wunder, dass wir den Hund nicht geweckt haben...selbst als Oli dann noch mal eben versehendlich bei den Nachbarn geschellt hat. Was machen die auch eine Klingel genau an die Stelle, wo man sich anlehnen muss?? :-)

Zusatzregel für verliebte:
- Wenn man sich trifft, gibt's nen Kuss. :-*

Mami hatte schon vor Beginn, beim Warten auf den LKW Hummeln im Hintern. Vertont wurden diese von Oli. :D

Es ist doch erstaunlich, was man bei so einem Umzug alles findet, vor allem wenn es sich um Dinosaurierknochen handelt. Mit denen kam Thomas plötzlich an. Nach einigem Überlegen, wo man sowas unterbringt stellte sich dann aber herraus, dass es sich lediglich um Tischbeine handelt...aus der Kreidezeit versteht sich. :-)

Alle Kartons waren beschriftet mit ihrem Bestimmungsort...alle, außer einem. Dieser trug bloß die Aufschrift „1994“. Also bot sich beim Betreten der Wohnung der Anblick einer im Kreis laufenden Lind, die vor sich hin brabbelte: „Ich find 1994 nicht. Wo ist 1994?“ Für alle, die sich jetzt Sorgen machen: Nein, sie läft nicht mehr im Kreis durch die Wohnung, wir haben ihr den Karton inzwischen abgenommen, so wie das A. Das hat sie nicht verdient. :-P

Wer besonders fleißig war bekam auch schon mal einen Applaus der auf der Bank pausierenden Fraktion.

Irgendwann zwischendrin war kurzzeitig weitere Hilfe da: Lrobot
Oli hat sich erstaunlich gut mit ihr verstanden...


Oma hat extra leckeres Essen für die ganz Bande gemacht: Kartoffelsuppe und Goulasch. Sehr lecker und viel gefragt...obwohl...das Goulasch hätte noch Ingver vertragen können, oder? :D


Danke für das leckere Essen Omi! Und allen anderen schweizer und deutschen Helfern vielen Dank für's Ein- und Auspacken und hoch schleppen! Mit und durch euch hatten wir einen schönen, reibungslosen Umzug.

Aber auch der schönste Umzug hat mal ein Ende und so ritten Linda und ich auf meinem treuen Schaukelpferd dem Sonnenuntergang (oder war es der Aufgang) entgegen. ^^

In diesem Sinne:
Wir müssen abbrechen! :-)
Danke!

Samstag, 1. Mai 2010

24h le A5

Unser Plan war virtuos, verrückt, wagemutig und ist doch irgendwie aufgegangen…

Nachdem die Sache mit meinem Job geregelt war, haben wir (okay…hauptsächlich Anna ^^) bereits angefangen die ersten Sachen in unserer steffisburger Wohnung in Kisten zu verstauen und versucht einen Überblick zu kriegen, was alles umgezogen wird.
Da wir auch bereits aus der Schweiz nach Wohnungen in Dortmund gesucht haben hat sich meine Mama/Vermieterin auch bereits nach Nachmietern umgeschaut.
Da wir mit der Wohnungssuche auf Distanz wenig erfolgreich waren, haben wir uns entschieden, dass Anna bereits ab Ende März in Dortmund ist und vor Ort weiterschaut. Dank diesem Fakt haben wir dann auch ohne viel Bedenken zugesagt, als eine Nachmieterin gefunden wurde, welche bereits ab 01.04. unsere Bleibe übernehmen würde.
Durch diese Umstände ergab sich eine der anstrengendsten Wochen meines Lebens, in der ich neben langen Tagen im Büro abends damit beschäftigt war unseren restlichen Haushalt irgendwie zu verstauen und alle Sachen in der Garage zwischenzulagern. Durch die Verpack-Vorarbeit und „seelische Betreuung“ von Anna und die Hilfe von meiner Familie ist das Ganze dann glücklicherweise doch irgendwie über die Bühne gegangen.
Ende März hatte ich mich dann also in meinem ehemaligen Kinderzimmer bei den Eltern einquartiert, Anna durfte in der Übergangszeit bei ihrer Mama in DO-Dorstfeld wohnen und unser Haushalt hatte es sich in der einzigen Garage des steffisburger Mehrfamilienhauses gemütlich gemacht.

Da Anna in Rekordzeit unsere Traumwohnung in unserem Wunsch-Stadtteil Hombruch gefunden und ergattert hatte, gab es nur noch eine große Hürde bei unserem Projekt:
[x] Arbeit
[x] Wohnung
[ ] Umzug!
Mit den nötigen Angaben haben wir uns bei der sehr empfehlenswerten Seite www.umzugsauktion.de angemeldet und auf Angebote gewartet. Das billigste Angebot war günstiger als erwartet aber doch nicht ganz so günstig wie wenn man die ganze Sache selbst „in die Hand nimmt“. Also haben wir uns für den gemieteten Kleinlaster und „Manpower“ entschieden.

Da der Mietwagen pro Tag abgerechnet wird sah unser Schlachtplan wie folgt aus:
12:00 Abholung des LKWs in Bern (Werner & Barbara)
12:30 Alle Sachen von der Garage in der LKW laden (Familie und Freunde)
14:30 Richtung DO losfahren (Werner & Urs)
21:00 Ankunft in DO / Alles in die Wohnung befördern (Familie und Freunde)
23:00 Schlafen
05:00 Richtung Bern losfahren (Werner & Urs)
11:00 Abgabe des LKWs vor 12:00 in Bern (Werner & Urs)
11:30 Mit den Öffentlichen Richtung Steffisburg zurück (Werner & Urs)
…wer diesen Zeitplan liest wird sich an den ersten Satz des Berichts erinnern. Wenn man den bedenkt wieviele Kisten und Möbel sich in der Garage befanden und wieviel schiefgehen könnte war dieser Zeitplan geradezu halsbrecherisch. Mal ganz abgesehen von dem Fakt, dass sich bei einer verspäteten Rückgabe des Mietwagens finanziell schon wieder das wesentlich bequemere Umzugsunternehmen gelohnt hätte.
Aber wie bereits bei der Arbeits- und Wohnungssuche hat es das Schicksal auch hier mehr als gut mit uns gemeint. Mit einer kleinen Umstrukturierung des Zeitplans versteht sich. :)

Mittags ging alles sehr gut los. Das Abholen des LKWs hat geklappt, von den vielen gefragten sind zumindest drei Freunde von mir zum Helfen erschienen und ganz wichtig: der LKW war so groß wie ich ihn mir vorgestellt habe, also müsste eigentlich auch alles reinpassen.
Das Packen hat sich dann als etwas schwierig herausgestellt, da keiner der Packer wirklich viel Erfahrung mitbrachte und so relativ viel hin- und her probiert und diskutiert wurde. Ebenfalls waren wir alle kurz vor Schluss so gut wie überzeugt, dass wir nicht mehr alles in den Laderaum kriegen. Mit etwas Umpacken und der Zusammenarbeit des tollen Pack-Teams hat‘s dann doch irgendwie geklappt. Nur losgefahren sind wir dadurch erst um etwa 15:30 Uhr.

Dafür hat sich der Zoll als sehr machbare Herausforderung herausgestellt. Dazu eine kurze Situationsbeschreibung:
Wir beide fahren vorsichtig und langsam in Richtung Zollhäuschen und schauen uns um. Ich habe bereits die akribisch ausgefüllten und zusammengestellten Papiere vorzeig-bereit in den Händen. Die Häuschen kommen näher. Unsere beiden Blicke schweifen umher und finden weder Herr noch Frau Zollbeamte. Wir passieren die Häuschen. Kurze Blicke zu dem anderen und weitere Blicke auf die leeren Zollhäuschen.
….und voila, schon sind wir auf der A5 und Werner kann wieder Gas geben.
Und dafür habe ich die ganzen Telefonate und den ganzen Bürokram auf mich genommen?!? Naja, hätt ich es nicht gemacht wäre bestimmt eine ganze Zoll-Armee da gestanden und hätte nach schlecht vorbereiteten Umzüglern Ausschau gehalten. :)

Dank sehr vollem LKW und dadurch nicht mehr ganz so leistungsfähigem LKW-Motor hat sich unsere Ankunft an der Harkortstraße 104 bis um 23:30 Uhr hinausgezögert.
Zu meiner riesen Überraschung waren aber zu dieser späten Stunde noch alle Helfer motiviert, wach und vor allen Dingen wirklich immer noch da! Dank diesen hatte das Schleppen in den zweiten Stock dann auch schon um etwa 01:00 Uhr ein Ende. Rekordverdächtig!
Nach ein bisschen plaudern, ein bisschen Zusammensitzen am Esstisch und etwas von der leckeren Suppe von Oma Hella ging‘s dann ab in die Heia und für mich und meinen Papa hieß es: Power-Napping für drei Stunden bis um 05:00 Uhr.
Als wir zu dieser Uhrzeit in morgendlicher Frische (naja…^^) im LKW saßen und den Motor starteten, wartete eine tolle Überraschung auf uns: die Elektronik des Wagens blinkte mit „Motorschaden, bitte anhalten“. Erst mal fuhr der Wagen noch normal, aber spätestens als wir auf der Autobahn nur noch mit 60 die minimale Steigung hochfahren konnten (und das mit leerem LKW!) machten wir uns Sorgen. Nach einem Zwischenhalt und jetzt vollem Tank hatte der Iveco wieder seine volle Kraft zurückgewonnen und beförderte uns heile wieder nach Bern. Dort haben wir unseren Wagen in der Stunde Toleranz um 12:30 abgegeben und uns kaputt aber sehr stolz und glücklich über das Erreichte nach Hause begeben.

Diese Projekt hätte nie und nimmer geklappt ohne:
- meinen Wahnsinns-Papa mit übernatürlich Energiereserven (mit einem LKW in 24h zweimal diese Strecke zu fahren…damit hätte so mancher 20-jähriger seine Schwierigkeiten!)
- Mama, Schwesterherz, Patrick, Dominik und Mischu die beim Einpacken bis zum bitteren Ende dabei waren
- Linda, Oli, Lea, Andreas und Thomas die Mitten in der Nacht die ganzen Treppenstufen mit dem ganzen Gepäck gemeistert haben
- Hella, weil die Suppe echt gut geschmeckt hat ;)
…aus dem Grund wollen Anna und ich euch hiermit nochmal gaaaaaanz miliooooonen danken für die großartige Hilfe!
…zum Glück ist unsere Wohnung und Hombruch drumrum so toll, dass wir so schnell nicht mehr umziehen werden. (und wenn, dann zumindest nicht so weit weg ^^)

Die Garage nach den ersten Tagen "Befüllen"

"packen, packen, packen..."
















Fertig gepackt, nun wird rumgepost! :)


Neben nem "richtigen" LKW sieht unser Iveco gar nicht mehr so gross aus :)

















Unser Umzugs-Glücksbinger (rechts unten): der Lego-Truck im richtigen Truck :)

Dienstag, 20. April 2010

Der Job in der deutschen Großstadt

Unsere Rückkehr nach Dortmund…für Anna die Rückkehr zu dem Ort, in dem Sie gross geworden ist, den Sie lieben und in der Schweiz vermissen gelernt hat. Für mich die Rückkehr zu dem Ort, in dem ich mich wohler fühle als jemand irgendwo sonst und in den ich mich bei meinen vielen, viel zu kurzen Besuchen mit Anna mitverbliebt habe.

Nachdem wir und 2009 nach vielen Gesprächen und Überlegungen dazu entschlossen haben, nach Dortmund zu ziehen, habe ich diese Pläne Ende 2009 das erste Mal bei meinem Arbeitgeber angesprochen. In den Wochen danach habe ich mit meinem Team- und Abteilungsleiter über eine Lösung diskutiert, bei der ich meinen aktuellen Job von einem Home Office aus in Dortmund erledige. Zwar hat sich diese Lösung im ersten Moment toll angehört, hat sich nach genügend Bedenkzeit aber als Notlösung rausgestellt und zuletzt vom Arbeitgeber her nicht realisieren lassen.

Parallel dazu habe ich mich trotzdem bei den zwei attraktivsten offenen Stellen beworben, welche das World Wide Web für einen aufstrebenden CAx Administrator anzubieten hatte.
Die erste war, laut Stellenbeschreibung, ein praktisch identischer Job wie mein aktueller, bei einem sehr grossen Pumpen-Hersteller in Dortmund. Leider kam da, nach der Betrachtung meiner Unterlagen, eine Absage aus „sachlichen Gründen“.
Der zweite Schub Bewerbungsunterlagen flog elektronisch bei einem Dortmunder Softwareentwickler ins Haus. Dieser war auf der Suche nach einem Mitarbeiter im Bereich Helpdesk und Qualitätssicherung.

Nach wenigen Tagen erfolgte die telefonische Einladung zu einem Bewerbungsgespräch in dem Schweizer Sitz des Unternehmens ISD. Dort traf ich Mitte Februar auf einen der beiden Geschäftsleiter, unterhielt mich angeregt mit ihm über ISD und meine Wenigkeit und durfte mich danach zu einem der Leute in Solothurn setzen um mir ein Bild von der Software zu machen.
Der erste Eindruck schien zu stimmen, da ich kurz darauf zu einem zweiten Gespräch im Dortmunder Hauptsitz eingeladen wurde. Bei diesem Besuch führte ich erst ein fachliches Gespräch mit einem Abteilungsleiter, durfte mir das Gebäude anschauen und erhielt einen etwas genaueren Einblick in die im Haus entwickelte Software bei einer älteren, sympathischen Frau im Betrieb.

Da scheinbar die beiden Mitarbeiter und der Geschäftsleiter allesamt überzeugt von dem jungen, offenen, kompetenten Schweizer waren („Schauen Sie zu, dass Sie den Mann einstellen und er möglichst schnell anfängt!“), waren die folgenden Vertragsverhandlungen nur noch eine sachliche Notwendigkeit für die beidseitige Freude über meinen beruflichen Neuanfang bei ISD am 01.06.2010.

Im Juni werde ich dann also erst mal eingearbeitet, beginne mit dem testen von Vorversionen der Software und arbeite danach in der Hotline, bei der sich Kunden mit Problemen beim Arbeiten mit der Software melden.
Nach dieser, für Neueinsteiger bei ISD normalen, „Einarbeitungszeit“ habe ich dann je nach Motivation, Lust und erarbeitetem Fachwissen die Möglichkeit mich in andere Bereiche der Firma weiterzuentwickeln. Gerade die Bereiche Mitarbeiter-/Kundenschulung und kundenspezifische Softwarelösungen klingen schon mal sehr interessant.

Damit wäre die erste, grosse Hürde für unsere Rückkehr nach Dortmund genommen. Nun müssen wir „nur“ noch die perfekte Wohnung finden und danach irgendwie die ganzen, prall gefüllten Bananenkisten und Möbel aus dem Berner Oberland ins Ruhrgebiet verfrachten.

Während ich das schreibe, sitze ich im ICE zurück von dem zweiten Bewerbungsgespräch. Der Zug von Dortmund nach Köln hatte etwa 20 Minuten Verspätung…doch dank guter Laune, einer Kurzbesichtigung des Kölner Doms und einem sensationellen Chocolate Mocha Grande hat sich die Verspätung spontan als sehr positiv herausgestellt. :-)

Kleiner Nachtrag: den Bericht habe ich nach meinem zweiten Gespräch bei ISD geschrieben aber leider jetzt erst digitalisiert. Mittlerweile sind wir ja in der glücklichen Situation, die beiden anderen Hürden ebenfalls gemeistert zu haben :-)