Samstag, 1. Mai 2010

24h le A5

Unser Plan war virtuos, verrückt, wagemutig und ist doch irgendwie aufgegangen…

Nachdem die Sache mit meinem Job geregelt war, haben wir (okay…hauptsächlich Anna ^^) bereits angefangen die ersten Sachen in unserer steffisburger Wohnung in Kisten zu verstauen und versucht einen Überblick zu kriegen, was alles umgezogen wird.
Da wir auch bereits aus der Schweiz nach Wohnungen in Dortmund gesucht haben hat sich meine Mama/Vermieterin auch bereits nach Nachmietern umgeschaut.
Da wir mit der Wohnungssuche auf Distanz wenig erfolgreich waren, haben wir uns entschieden, dass Anna bereits ab Ende März in Dortmund ist und vor Ort weiterschaut. Dank diesem Fakt haben wir dann auch ohne viel Bedenken zugesagt, als eine Nachmieterin gefunden wurde, welche bereits ab 01.04. unsere Bleibe übernehmen würde.
Durch diese Umstände ergab sich eine der anstrengendsten Wochen meines Lebens, in der ich neben langen Tagen im Büro abends damit beschäftigt war unseren restlichen Haushalt irgendwie zu verstauen und alle Sachen in der Garage zwischenzulagern. Durch die Verpack-Vorarbeit und „seelische Betreuung“ von Anna und die Hilfe von meiner Familie ist das Ganze dann glücklicherweise doch irgendwie über die Bühne gegangen.
Ende März hatte ich mich dann also in meinem ehemaligen Kinderzimmer bei den Eltern einquartiert, Anna durfte in der Übergangszeit bei ihrer Mama in DO-Dorstfeld wohnen und unser Haushalt hatte es sich in der einzigen Garage des steffisburger Mehrfamilienhauses gemütlich gemacht.

Da Anna in Rekordzeit unsere Traumwohnung in unserem Wunsch-Stadtteil Hombruch gefunden und ergattert hatte, gab es nur noch eine große Hürde bei unserem Projekt:
[x] Arbeit
[x] Wohnung
[ ] Umzug!
Mit den nötigen Angaben haben wir uns bei der sehr empfehlenswerten Seite www.umzugsauktion.de angemeldet und auf Angebote gewartet. Das billigste Angebot war günstiger als erwartet aber doch nicht ganz so günstig wie wenn man die ganze Sache selbst „in die Hand nimmt“. Also haben wir uns für den gemieteten Kleinlaster und „Manpower“ entschieden.

Da der Mietwagen pro Tag abgerechnet wird sah unser Schlachtplan wie folgt aus:
12:00 Abholung des LKWs in Bern (Werner & Barbara)
12:30 Alle Sachen von der Garage in der LKW laden (Familie und Freunde)
14:30 Richtung DO losfahren (Werner & Urs)
21:00 Ankunft in DO / Alles in die Wohnung befördern (Familie und Freunde)
23:00 Schlafen
05:00 Richtung Bern losfahren (Werner & Urs)
11:00 Abgabe des LKWs vor 12:00 in Bern (Werner & Urs)
11:30 Mit den Öffentlichen Richtung Steffisburg zurück (Werner & Urs)
…wer diesen Zeitplan liest wird sich an den ersten Satz des Berichts erinnern. Wenn man den bedenkt wieviele Kisten und Möbel sich in der Garage befanden und wieviel schiefgehen könnte war dieser Zeitplan geradezu halsbrecherisch. Mal ganz abgesehen von dem Fakt, dass sich bei einer verspäteten Rückgabe des Mietwagens finanziell schon wieder das wesentlich bequemere Umzugsunternehmen gelohnt hätte.
Aber wie bereits bei der Arbeits- und Wohnungssuche hat es das Schicksal auch hier mehr als gut mit uns gemeint. Mit einer kleinen Umstrukturierung des Zeitplans versteht sich. :)

Mittags ging alles sehr gut los. Das Abholen des LKWs hat geklappt, von den vielen gefragten sind zumindest drei Freunde von mir zum Helfen erschienen und ganz wichtig: der LKW war so groß wie ich ihn mir vorgestellt habe, also müsste eigentlich auch alles reinpassen.
Das Packen hat sich dann als etwas schwierig herausgestellt, da keiner der Packer wirklich viel Erfahrung mitbrachte und so relativ viel hin- und her probiert und diskutiert wurde. Ebenfalls waren wir alle kurz vor Schluss so gut wie überzeugt, dass wir nicht mehr alles in den Laderaum kriegen. Mit etwas Umpacken und der Zusammenarbeit des tollen Pack-Teams hat‘s dann doch irgendwie geklappt. Nur losgefahren sind wir dadurch erst um etwa 15:30 Uhr.

Dafür hat sich der Zoll als sehr machbare Herausforderung herausgestellt. Dazu eine kurze Situationsbeschreibung:
Wir beide fahren vorsichtig und langsam in Richtung Zollhäuschen und schauen uns um. Ich habe bereits die akribisch ausgefüllten und zusammengestellten Papiere vorzeig-bereit in den Händen. Die Häuschen kommen näher. Unsere beiden Blicke schweifen umher und finden weder Herr noch Frau Zollbeamte. Wir passieren die Häuschen. Kurze Blicke zu dem anderen und weitere Blicke auf die leeren Zollhäuschen.
….und voila, schon sind wir auf der A5 und Werner kann wieder Gas geben.
Und dafür habe ich die ganzen Telefonate und den ganzen Bürokram auf mich genommen?!? Naja, hätt ich es nicht gemacht wäre bestimmt eine ganze Zoll-Armee da gestanden und hätte nach schlecht vorbereiteten Umzüglern Ausschau gehalten. :)

Dank sehr vollem LKW und dadurch nicht mehr ganz so leistungsfähigem LKW-Motor hat sich unsere Ankunft an der Harkortstraße 104 bis um 23:30 Uhr hinausgezögert.
Zu meiner riesen Überraschung waren aber zu dieser späten Stunde noch alle Helfer motiviert, wach und vor allen Dingen wirklich immer noch da! Dank diesen hatte das Schleppen in den zweiten Stock dann auch schon um etwa 01:00 Uhr ein Ende. Rekordverdächtig!
Nach ein bisschen plaudern, ein bisschen Zusammensitzen am Esstisch und etwas von der leckeren Suppe von Oma Hella ging‘s dann ab in die Heia und für mich und meinen Papa hieß es: Power-Napping für drei Stunden bis um 05:00 Uhr.
Als wir zu dieser Uhrzeit in morgendlicher Frische (naja…^^) im LKW saßen und den Motor starteten, wartete eine tolle Überraschung auf uns: die Elektronik des Wagens blinkte mit „Motorschaden, bitte anhalten“. Erst mal fuhr der Wagen noch normal, aber spätestens als wir auf der Autobahn nur noch mit 60 die minimale Steigung hochfahren konnten (und das mit leerem LKW!) machten wir uns Sorgen. Nach einem Zwischenhalt und jetzt vollem Tank hatte der Iveco wieder seine volle Kraft zurückgewonnen und beförderte uns heile wieder nach Bern. Dort haben wir unseren Wagen in der Stunde Toleranz um 12:30 abgegeben und uns kaputt aber sehr stolz und glücklich über das Erreichte nach Hause begeben.

Diese Projekt hätte nie und nimmer geklappt ohne:
- meinen Wahnsinns-Papa mit übernatürlich Energiereserven (mit einem LKW in 24h zweimal diese Strecke zu fahren…damit hätte so mancher 20-jähriger seine Schwierigkeiten!)
- Mama, Schwesterherz, Patrick, Dominik und Mischu die beim Einpacken bis zum bitteren Ende dabei waren
- Linda, Oli, Lea, Andreas und Thomas die Mitten in der Nacht die ganzen Treppenstufen mit dem ganzen Gepäck gemeistert haben
- Hella, weil die Suppe echt gut geschmeckt hat ;)
…aus dem Grund wollen Anna und ich euch hiermit nochmal gaaaaaanz miliooooonen danken für die großartige Hilfe!
…zum Glück ist unsere Wohnung und Hombruch drumrum so toll, dass wir so schnell nicht mehr umziehen werden. (und wenn, dann zumindest nicht so weit weg ^^)

Die Garage nach den ersten Tagen "Befüllen"

"packen, packen, packen..."
















Fertig gepackt, nun wird rumgepost! :)


Neben nem "richtigen" LKW sieht unser Iveco gar nicht mehr so gross aus :)

















Unser Umzugs-Glücksbinger (rechts unten): der Lego-Truck im richtigen Truck :)