Sonntag, 13. Juni 2010

Die ersten Tage in Deutschland

Nach der Ankunft an der Harkortstraße am Sonntagabend, haben wir das Auto ausgeladen, welches danach zum Abgeben zu Schwiegermama Lea gefahren wurde.
Erschöpft von der Reise haben wir es uns, als wir zurück waren, in unserer Wohnung gemütlich gemacht. Was wir von jetzt an jeden Tag machen können.

Am Montag ging es in die Stadt und da zu meinem zweiten Besuch beim Ausländeramt. Diesmal war allerdings keine 30-Minuten Schlange vor dem Schalter und ich hatte bereits einen Termin.
Dort habe ich mit einer Mitarbeiterin ein paar kurze Worte gewechselt, ein Formular ausgefüllt und meinen rot-weissen Reisepass vorgeführt und schon hatte ich eine Aufenthaltsbewilligung für fünf Jahre in den Händen.
Zwar ist es als Schweizer natürlich nicht so einfach, wie als Bürger eines EU-Landes, aber dank den billateralen Verträgen usw. scheinen solche Angelegenheiten doch relativ einfach über die Bühne zu gehen.
Die Anmeldung in Dortmund war danach nur noch "Formsache". Also bin ich seit dem 31.05. hochoffiziell Dortmunder :-)
Nachdem Anna und ich auf diesen einfach zu erringenden Erfolg im Starbucks nebenan "angestossen" haben, gings auch schon wieder nachhause.
Schliesslich gibt es da noch eine Wohnung fertig einzurichten und eine Hochzeit zu planen. :-)

Der darauffolgende Tag war mein erster Arbeitsag bei meinem neuen Arbeitgeber ISD im dortmunder Westen.
Den Arbeitsweg hatte ich bereits am Montagabend mit dem Fahrrad angeschaut. Damit ich am Dienstag auch rechtzeitig ankomme.
Die jahrelange Kurzstrecken-Fahrrad-Erfahrung aus Steffisburg und Thun hat mir im Dortmunder Verkehr herzlich wenig genützt.
Auf einmal sind da überall Ampeln, stets befahrene Strassen und bei einem Grossteil des Weges ist die "Fahrradspur" auf dem Gehweg.
Bisher verlief aber alles unfallfrei und ich habe mich an die neuen Gegebenheiten ganz gut angepasst.
Für den Weg der, für Schweizer vielleicht erstaunlich, nicht nur flach sondern tatsächlich auch hoch und runter geht, brauche ich insgesamt eine gute Viertestunde. Um am Morgen etwas wacher anzufangen und abends vor dem Feierabend etwas abzuschalten also genau richtig :)

Das eigentliche Arbeiten hat so angefangen, dass ein Abteilungsleiter (mein eigentlicher Vorgesetzter war am ersten Tag nicht da) mir meinen Arbeitsplatz und die verschiedenen Büros drumrum gezeigt hat.
Vom Grossraumbüro in Steffisburg habe ich nun in eine "Bürozelle" (wie einer der neuen Arbeitskollegen die Räume nannte) mit einem einzigen "Zellengenossen" gewechselt. :-)
Das ist zwar erst mal eine Umstellung, aber mein gegenüber (Andreas) ist auf jeden Fall nett und die verschiedenen "Zellen" sind ja nicht weit auseinander. :-)
Die ersten beiden Wochen waren Arbeitsmässig mit Schulungen und "Selbststudium" der Software gefüllt. ALso viel, viel neues lernen. :-)
Das hat mir aber sehr viel Spaß gemacht und die Fortschritte waren schnell da, da doch relativ viele Bereiche ähnlich aufgebaut waren wie bei der bisher bekannten Software.
Ab nächste Woche werden dann wohl auch die ersten "richtigen Aufgaben auf mich zukommen und ich werde relativ schnell auch im Support eingesetzt um da beim beantworten von E-Mail Anfragen erste praktische Erfahrungen zu sammeln.


An den Alltag neben der Arbeit habe ich mich sehr schnell gewöhnt, da ich ja eigentlich schon vor dem definitiven einreisen ein halber Dortmunder war.
Das einzige was mir von Zeit zu Zeit noch aufgefallen ist, ist, dass man auf der Straße oder auf der Arbeit bei Leuten die in der Nähe miteinander sprechen erstmal damit rechnet, dass die Berndeutsch reden.
Nach ein paar Sekunden des gedanklichen Suchens nach berndeutschen Wörtern realisiert man dann, dass ja logischerweise deutsch gesprochen wird. :-)


Heimweh oder Ähnliches ist bisher, wie erwartet, noch überhaupt nicht aufgekommen. Was einerseits daran liegt, dass ich immer noch glücklich und zufrieden bin mit der neuen Heimat und gerade sonst so viel Neues um mich rum hab, dass ich gar keien Zeit habe mir über so etwas Gedanken zu machen.

Sonntag, 6. Juni 2010

Die letzten Tage in der Schweiz

Das letzte Wochenende über Pfingsten, vor der definitiven Abreise, habe ich (wie viele der letzten Wochenenden und Ferientage) bereits im neuen zuhause verbracht. Am Montag sind Anna und ich dann gemeinsam in die „letzte Woche Schweiz“ gefahren. So konnte Anna auch bei der Abschiedsfeier dabei sein…außerdem waren wir zwei unzertrennlichen dann nicht noch länger getrennt. :)
Nachdem wir am Dienstag bereits etwas eingekauft und vorbereitet und uns am Mittwoch mit einem Freund getroffen haben stand dann am Donnerstagnachmittag bereits die Abschiedsfeier in der Firma an. In dieser habe ich mich in den letzten Tagen noch hauptsächlich darum gekümmert, alle angefangenen Arbeiten abzuschließen oder abzugeben. An besagtem Donnerstag erwartete mich morgens ein ungewohntes Bild: mein ganzer Schreibtisch war voller rot-weißer Schweiz-Souvenirs. Die schöne und etwas verrückte Art meiner geschätzten Arbeitskollegen, Lebewohl zu sagen und mir mit dem einen oder anderen Geschenk später Mal das Heimweh zu vertreiben und meine Wurzeln nicht aus den Augen zu verlieren. Mit dem einen oder anderen Augenzwinkern versteht sich ;)
Am Nachmittag hatten ich und die ganzen Arbeitskollegen, mit welchen ich in den letzten Jahren gearbeitet habe dann die Gelegenheit einander Tschüss zu sagen und alles Gute zu wünschen.

Das nächste Highlight war dann die Abschiedsfeier zuhause. Am Samstag ab 14:00 Uhr waren alle wichtigen Familienmitglieder, Freunde und Arbeitskollegen eingeladen, sich bei mir zu verabschieden. Relativ schnell waren das Wohnzimmer und der Balkon in der Wohnung meiner Eltern prall gefüllt mit all meinen Lieben Leuten. Während der Festivitäten hatte ich nicht wirklich die Gelegenheit mich um jeden der Gäste zu kümmern. Aber da Anna von jedem der Gäste mit mir ein Abschiedsfoto gemacht hat, war es spätestens da möglich, den Leuten in aller Ruhe Goodbye zu sagen und ein paar Worte zu wechseln.
Der Großteil der Leute kam und ging ungefähr zur selben Zeit. Als dann abends nur noch die „engste“ Familie am immer noch gut gedeckten Wohnzimmertisch saß und ich gerade neue Aufbacksachen in den Backofen getan hatte kamen unerwartet noch die alten Schulkollegen Andy und Manuel aus der Nachbarschaft vorbei. Also haben wir noch mit den beiden gespeist und gequatscht bis der ganze Tisch müde und satt war.

Am frühen Sonntagnachmittag war dann der „importierte“ Schwiegermama-Toyota gepackt mit allen Kisten, Kleidern und sonstigen Sachen, welche ich für die „Übergangszeit“ in der Schweiz noch da hatte. Die Eltern, Schwester und Großeltern in den Arm genommen und das letzte aber eigentlich wichtigste Mal in der Woche Lebewohl gesagt ging es dann (wiedermal) Richtung A5 los.
Und diesmal, endlich, endlich, nach Wochen mit viel zu viel hin- und her und viel zu wenig Anna und Urs ging es definitiv, physisch und psychisch komplett in unser neues zuhause in Dortmund.







Dienstag, 1. Juni 2010

Glühwürmchen

Zuerst einmal die Spielregeln für einen guten Umzug in den zweiten Stock:
- Wer vollgepackt hoch läuft hat Vorfahrt.
- Dementsprechend muss derjenige warten, der nach unten läuft.
- Daraus resultierend sind viele Pausen auf den Wegen nach unten.
- Wer es trotzdem schafft von oben bis unten in einem durch zu laufen, bekommt Extrapunkte!
...somit ist der Gewinner wohl Linda! Herlichen Glückwunsch!! :D

Noch eine wichtige Regel, wenn man mitten in der Nacht umzieht ist:
- Keine schlafenden Hunde (vom Nachbarn) wecken.
Denn dieser würde den Rest des Hauses wecken...und wer will das schon? Also: leise sein im Hausflur. ...und das ist mit acht Leuten gar nicht mal so einfach, also grenzt es eigentlich schon an ein Wunder, dass wir den Hund nicht geweckt haben...selbst als Oli dann noch mal eben versehendlich bei den Nachbarn geschellt hat. Was machen die auch eine Klingel genau an die Stelle, wo man sich anlehnen muss?? :-)

Zusatzregel für verliebte:
- Wenn man sich trifft, gibt's nen Kuss. :-*

Mami hatte schon vor Beginn, beim Warten auf den LKW Hummeln im Hintern. Vertont wurden diese von Oli. :D

Es ist doch erstaunlich, was man bei so einem Umzug alles findet, vor allem wenn es sich um Dinosaurierknochen handelt. Mit denen kam Thomas plötzlich an. Nach einigem Überlegen, wo man sowas unterbringt stellte sich dann aber herraus, dass es sich lediglich um Tischbeine handelt...aus der Kreidezeit versteht sich. :-)

Alle Kartons waren beschriftet mit ihrem Bestimmungsort...alle, außer einem. Dieser trug bloß die Aufschrift „1994“. Also bot sich beim Betreten der Wohnung der Anblick einer im Kreis laufenden Lind, die vor sich hin brabbelte: „Ich find 1994 nicht. Wo ist 1994?“ Für alle, die sich jetzt Sorgen machen: Nein, sie läft nicht mehr im Kreis durch die Wohnung, wir haben ihr den Karton inzwischen abgenommen, so wie das A. Das hat sie nicht verdient. :-P

Wer besonders fleißig war bekam auch schon mal einen Applaus der auf der Bank pausierenden Fraktion.

Irgendwann zwischendrin war kurzzeitig weitere Hilfe da: Lrobot
Oli hat sich erstaunlich gut mit ihr verstanden...


Oma hat extra leckeres Essen für die ganz Bande gemacht: Kartoffelsuppe und Goulasch. Sehr lecker und viel gefragt...obwohl...das Goulasch hätte noch Ingver vertragen können, oder? :D


Danke für das leckere Essen Omi! Und allen anderen schweizer und deutschen Helfern vielen Dank für's Ein- und Auspacken und hoch schleppen! Mit und durch euch hatten wir einen schönen, reibungslosen Umzug.

Aber auch der schönste Umzug hat mal ein Ende und so ritten Linda und ich auf meinem treuen Schaukelpferd dem Sonnenuntergang (oder war es der Aufgang) entgegen. ^^

In diesem Sinne:
Wir müssen abbrechen! :-)
Danke!