Nach der Ankunft an der Harkortstraße am Sonntagabend, haben wir das Auto ausgeladen, welches danach zum Abgeben zu Schwiegermama Lea gefahren wurde.
Erschöpft von der Reise haben wir es uns, als wir zurück waren, in unserer Wohnung gemütlich gemacht. Was wir von jetzt an jeden Tag machen können.
Am Montag ging es in die Stadt und da zu meinem zweiten Besuch beim Ausländeramt. Diesmal war allerdings keine 30-Minuten Schlange vor dem Schalter und ich hatte bereits einen Termin.
Dort habe ich mit einer Mitarbeiterin ein paar kurze Worte gewechselt, ein Formular ausgefüllt und meinen rot-weissen Reisepass vorgeführt und schon hatte ich eine Aufenthaltsbewilligung für fünf Jahre in den Händen.
Zwar ist es als Schweizer natürlich nicht so einfach, wie als Bürger eines EU-Landes, aber dank den billateralen Verträgen usw. scheinen solche Angelegenheiten doch relativ einfach über die Bühne zu gehen.
Die Anmeldung in Dortmund war danach nur noch "Formsache". Also bin ich seit dem 31.05. hochoffiziell Dortmunder :-)
Nachdem Anna und ich auf diesen einfach zu erringenden Erfolg im Starbucks nebenan "angestossen" haben, gings auch schon wieder nachhause.
Schliesslich gibt es da noch eine Wohnung fertig einzurichten und eine Hochzeit zu planen. :-)
Der darauffolgende Tag war mein erster Arbeitsag bei meinem neuen Arbeitgeber ISD im dortmunder Westen.
Den Arbeitsweg hatte ich bereits am Montagabend mit dem Fahrrad angeschaut. Damit ich am Dienstag auch rechtzeitig ankomme.
Die jahrelange Kurzstrecken-Fahrrad-Erfahrung aus Steffisburg und Thun hat mir im Dortmunder Verkehr herzlich wenig genützt.
Auf einmal sind da überall Ampeln, stets befahrene Strassen und bei einem Grossteil des Weges ist die "Fahrradspur" auf dem Gehweg.
Bisher verlief aber alles unfallfrei und ich habe mich an die neuen Gegebenheiten ganz gut angepasst.
Für den Weg der, für Schweizer vielleicht erstaunlich, nicht nur flach sondern tatsächlich auch hoch und runter geht, brauche ich insgesamt eine gute Viertestunde. Um am Morgen etwas wacher anzufangen und abends vor dem Feierabend etwas abzuschalten also genau richtig :)
Das eigentliche Arbeiten hat so angefangen, dass ein Abteilungsleiter (mein eigentlicher Vorgesetzter war am ersten Tag nicht da) mir meinen Arbeitsplatz und die verschiedenen Büros drumrum gezeigt hat.
Vom Grossraumbüro in Steffisburg habe ich nun in eine "Bürozelle" (wie einer der neuen Arbeitskollegen die Räume nannte) mit einem einzigen "Zellengenossen" gewechselt. :-)
Das ist zwar erst mal eine Umstellung, aber mein gegenüber (Andreas) ist auf jeden Fall nett und die verschiedenen "Zellen" sind ja nicht weit auseinander. :-)
Die ersten beiden Wochen waren Arbeitsmässig mit Schulungen und "Selbststudium" der Software gefüllt. ALso viel, viel neues lernen. :-)
Das hat mir aber sehr viel Spaß gemacht und die Fortschritte waren schnell da, da doch relativ viele Bereiche ähnlich aufgebaut waren wie bei der bisher bekannten Software.
Ab nächste Woche werden dann wohl auch die ersten "richtigen Aufgaben auf mich zukommen und ich werde relativ schnell auch im Support eingesetzt um da beim beantworten von E-Mail Anfragen erste praktische Erfahrungen zu sammeln.
An den Alltag neben der Arbeit habe ich mich sehr schnell gewöhnt, da ich ja eigentlich schon vor dem definitiven einreisen ein halber Dortmunder war.
Das einzige was mir von Zeit zu Zeit noch aufgefallen ist, ist, dass man auf der Straße oder auf der Arbeit bei Leuten die in der Nähe miteinander sprechen erstmal damit rechnet, dass die Berndeutsch reden.
Nach ein paar Sekunden des gedanklichen Suchens nach berndeutschen Wörtern realisiert man dann, dass ja logischerweise deutsch gesprochen wird. :-)
Heimweh oder Ähnliches ist bisher, wie erwartet, noch überhaupt nicht aufgekommen. Was einerseits daran liegt, dass ich immer noch glücklich und zufrieden bin mit der neuen Heimat und gerade sonst so viel Neues um mich rum hab, dass ich gar keien Zeit habe mir über so etwas Gedanken zu machen.
Nobelgarten
vor 17 Jahren
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