Dienstag, 20. April 2010

Der Job in der deutschen Großstadt

Unsere Rückkehr nach Dortmund…für Anna die Rückkehr zu dem Ort, in dem Sie gross geworden ist, den Sie lieben und in der Schweiz vermissen gelernt hat. Für mich die Rückkehr zu dem Ort, in dem ich mich wohler fühle als jemand irgendwo sonst und in den ich mich bei meinen vielen, viel zu kurzen Besuchen mit Anna mitverbliebt habe.

Nachdem wir und 2009 nach vielen Gesprächen und Überlegungen dazu entschlossen haben, nach Dortmund zu ziehen, habe ich diese Pläne Ende 2009 das erste Mal bei meinem Arbeitgeber angesprochen. In den Wochen danach habe ich mit meinem Team- und Abteilungsleiter über eine Lösung diskutiert, bei der ich meinen aktuellen Job von einem Home Office aus in Dortmund erledige. Zwar hat sich diese Lösung im ersten Moment toll angehört, hat sich nach genügend Bedenkzeit aber als Notlösung rausgestellt und zuletzt vom Arbeitgeber her nicht realisieren lassen.

Parallel dazu habe ich mich trotzdem bei den zwei attraktivsten offenen Stellen beworben, welche das World Wide Web für einen aufstrebenden CAx Administrator anzubieten hatte.
Die erste war, laut Stellenbeschreibung, ein praktisch identischer Job wie mein aktueller, bei einem sehr grossen Pumpen-Hersteller in Dortmund. Leider kam da, nach der Betrachtung meiner Unterlagen, eine Absage aus „sachlichen Gründen“.
Der zweite Schub Bewerbungsunterlagen flog elektronisch bei einem Dortmunder Softwareentwickler ins Haus. Dieser war auf der Suche nach einem Mitarbeiter im Bereich Helpdesk und Qualitätssicherung.

Nach wenigen Tagen erfolgte die telefonische Einladung zu einem Bewerbungsgespräch in dem Schweizer Sitz des Unternehmens ISD. Dort traf ich Mitte Februar auf einen der beiden Geschäftsleiter, unterhielt mich angeregt mit ihm über ISD und meine Wenigkeit und durfte mich danach zu einem der Leute in Solothurn setzen um mir ein Bild von der Software zu machen.
Der erste Eindruck schien zu stimmen, da ich kurz darauf zu einem zweiten Gespräch im Dortmunder Hauptsitz eingeladen wurde. Bei diesem Besuch führte ich erst ein fachliches Gespräch mit einem Abteilungsleiter, durfte mir das Gebäude anschauen und erhielt einen etwas genaueren Einblick in die im Haus entwickelte Software bei einer älteren, sympathischen Frau im Betrieb.

Da scheinbar die beiden Mitarbeiter und der Geschäftsleiter allesamt überzeugt von dem jungen, offenen, kompetenten Schweizer waren („Schauen Sie zu, dass Sie den Mann einstellen und er möglichst schnell anfängt!“), waren die folgenden Vertragsverhandlungen nur noch eine sachliche Notwendigkeit für die beidseitige Freude über meinen beruflichen Neuanfang bei ISD am 01.06.2010.

Im Juni werde ich dann also erst mal eingearbeitet, beginne mit dem testen von Vorversionen der Software und arbeite danach in der Hotline, bei der sich Kunden mit Problemen beim Arbeiten mit der Software melden.
Nach dieser, für Neueinsteiger bei ISD normalen, „Einarbeitungszeit“ habe ich dann je nach Motivation, Lust und erarbeitetem Fachwissen die Möglichkeit mich in andere Bereiche der Firma weiterzuentwickeln. Gerade die Bereiche Mitarbeiter-/Kundenschulung und kundenspezifische Softwarelösungen klingen schon mal sehr interessant.

Damit wäre die erste, grosse Hürde für unsere Rückkehr nach Dortmund genommen. Nun müssen wir „nur“ noch die perfekte Wohnung finden und danach irgendwie die ganzen, prall gefüllten Bananenkisten und Möbel aus dem Berner Oberland ins Ruhrgebiet verfrachten.

Während ich das schreibe, sitze ich im ICE zurück von dem zweiten Bewerbungsgespräch. Der Zug von Dortmund nach Köln hatte etwa 20 Minuten Verspätung…doch dank guter Laune, einer Kurzbesichtigung des Kölner Doms und einem sensationellen Chocolate Mocha Grande hat sich die Verspätung spontan als sehr positiv herausgestellt. :-)

Kleiner Nachtrag: den Bericht habe ich nach meinem zweiten Gespräch bei ISD geschrieben aber leider jetzt erst digitalisiert. Mittlerweile sind wir ja in der glücklichen Situation, die beiden anderen Hürden ebenfalls gemeistert zu haben :-)